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Basel

Helen Frankenthaler

Mit Helen Frankenthaler (1928–2011) zeigt das Kunstmuseum Basel im Frühjahr 2026 eine Pionierin der abstrakten Malerei. Mehr als fünfzig Werke zeigen die kreative Kraft einer der wichtigsten Künstler:innen der US-amerikanischen Nachkriegszeit. Es ist die bislang größte Werkschau ihrer Malerei in Europa und ihre erste Einzelausstellung in einem Museum in der Schweiz.

 

Im Alter von nur 23 Jahren veränderte Helen Frankenthaler mit ihrer innovativen Soak-Stain-Technik die Malerei: Mit verdünnter Farbe schuf sie auf ungrundierter Leinwand, die sie auf dem Boden auslegte, Kompositionen von enormer Leuchtkraft – oft in großem Format. Sie bearbeitete die Farbe von allen Seiten mit Schwämmen, Schabern, Haushaltsbürsten und anderen Werkzeugen. So erreichte sie, dass die Leinwand die Pigmente aufsog und Stoff und Farbe eins wurden. Obwohl Frankenthaler dem Zufall im Malprozess viel Raum ließ, bewahrte sie ein ausgeprägtes Bewusstsein für Balance und Struktur. Ihre Werke bestechen durch einen lyrischen Umgang mit Farbe und mutige kompositorische Entscheidungen.

 

Aufgewachsen in einer gebildeten und wohlhabenden jüdischen Familie in New York, erhielt Frankenthaler eine Ausbildung als Malerin. Mit 20 Jahren arbeitete sie bereits selbständig in einem eigenen Atelier in Manhattan und schloss bald Bekanntschaft mit dem einflussreichen Kunstkritiker Clement Greenberg und Künstler:innen der ersten Generation des Abstrakten Expressionismus, darunter Lee Krasner, Barnett Newman, ihrem späteren Ehemann Robert Motherwell und Jackson Pollock. Pollocks Bearbeitung der horizontalen Leinwand gab den Anlass, die revolutionäre Technik zu entwickeln, mit der sie sich im männlich dominierten Umfeld behauptete und zur Pionierin der Farbfeldmalerei wurde.

 

Frankenthaler entwickelte ihre Malerei während ihrer langen Karriere permanent weiter. Neben einzigartigen Gemälden auf Leinwand und Papier schuf sie Keramikwerke, Skulpturen, Wandteppiche und insbesondere Druckgrafiken. Im Alter von 83 Jahren verstarb sie in Darien, Connecticut.

 

Die Ausstellung Helen Frankenthaler beleuchtet anhand von 40 Gemälden und 15 Werken auf Papier ihre Entwicklung über mehr als fünf Jahrzehnte und gibt erstmals Einblick in ihre intensive Auseinandersetzung mit der westlichen Kunstgeschichte von der italienischen Renaissance bis zur Moderne. Während des Studiums hatte sie sich vor allem in Pablo Picassos Kubismus sowie Bilder von Paul Cezanne, Wassily Kandinsky, Joan Miró und Henri Matisse vertieft. Ab den 1950er Jahren ließ sie sich immer wieder von älterer Malerei inspirieren, die sie in Museen in New York und Chicago sah. Besonders auf ausgedehnten Europareisen besuchte sie unzählige Museen und bewunderte Maler wie Tizian, Peter Paul Rubens und Claude Monet. Der Einbezug von Gemälden, auf die sich Frankenthaler explizit bezieht, ermöglicht in der Ausstellung eine völlig neue Perspektive ihr Werk.

 

Kuratiert von Anita Haldemann

Diese Ausstellung endet in
113
Tage
6
Std
48
Min
34
Sek
Termine
Start18.04.2026
Ende23.08.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 20, 4052 Basel (Neubau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.

Ausstellungskatalog