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Basel

Marc Bauer – Fear Rage Desire Still Standing

Das Kunstmuseum Basel zeigt ein Projekt des international renommierten Schweizer Künstlers Marc Bauer (*1975). In seinen Zeichnungen setzt er sich aus einer queeren Perspektive mit Geschichte, Erinnerung, Geschlecht und Identität auseinander. Unter dem Titel Fear Rage Desire, Still Standing verknüpft er kunsthistorische Motive, zum Beispiel von Künstler:innen wie Hieronymus Bosch (um 1450–1516) und Nasta Rojc (1883–1964), mit Fotos aus dem Internet und Archivmaterial. Im Zentrum seines Schaffens stehen die Konstruktion von Männlichkeit und die dadurch hervorgehende Gewalt, mit der die Gesellschaft und – als zentrales Thema in diesem Projekt – besonders queere Menschen konfrontiert sind. Bauer spannt den Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart und macht sichtbar, wie tief diese Gewalt in den gesellschaftlichen Strukturen verankert ist.

 

Für seine Werke recherchiert Bauer intensiv: Es liest wissenschaftliche Texte, taucht in Archive ein und spricht mit Wissenschaftler:innen und Expert:innen, darunter Jonathan D. Katz, der die Ausstellung The First Homosexuals organisiert, recherchiert und in Chicago, USA, kuratiert hat. Danach wählt er aus verschiedenen Quellen Bildmaterial und Texte aus. Diese verarbeitet er zu einer sehr persönlichen und äusserst faszinierenden Bildwelt, die mehrdeutig ist und zum Denken anregt.

 

Bauers Zeichnungen entstehen zum Teil direkt auf den Museumswänden und werden nach Ablauf der Präsentationsdauer wieder zerstört. Besucher:innen des Kunstmuseums können den Entstehungsprozess ab dem 4. März 2026 vor Ort mitverfolgen. Zweimal wird der Künstler die Wandzeichnungen weiter überarbeiten (vom 12.–17. Mai 2026 und vom 3.–7. November 2026). Die Zeichnungen an den Wänden, auf Leinwand und Papier bilden zusammen mit dem von den Berliner Künstlern Sin Maldita (Tim Roth) und Philipp Hülsenbeck komponierten Soundtrack eine multimediale Installation.

 

Die Einladung an Bauer erfolgte anlässlich der Ausstellung The First Homosexuals. Die Entstehung neuer Identitäten 1869–1939, die vom 7.3. bis 2.8.2026 im Neubau zu sehen ist.

 

 

Zu Marc Bauer

 

Marc Bauer (* 1975, Genf) lebt und arbeitet in Zürich. Er studierte an der École Supérieure d’Arts Visuels Genève (heute HEAD) und an der Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam. Seit 2015 ist er Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Seine Arbeiten wurden in Einzelprojekten an renommierten internationalen Institutionen wie dem Menil Drawing Institute, Houston (2023–2024); der Berlinischen Galerie (2020–2021), Berlin; dem Istituto Svizzero, Mailand (2020); dem Drawing Room, London (2019); dem Centre Culturel Suisse, Paris (2013) und dem MAMCO, Genf (2010), gezeigt. Arbeiten von ihm wurden zudem in Gruppenausstellungen unter anderem im Kunsthaus Zürich (2025, 2019, 2015 und 2008); im Guggenheim Museum Bilbao (2021); im Migros Museum, Zürich (2019 und 2014); im S.M.A.K., Gent (2015) und in der Albertina in Wien (2015) gezeigt. Bauer nahm außerdem an der Biennale von Sydney 2018 und der Liverpool-Biennale 2014 teil.

 

Er ist Preisträger des Prix Meret Oppenheim 2020 und Gewinner des GASAG Kunstpreises 2020 und wurde 2009 mit dem Manor Kunstpreis Genf und 2001, 2005 und 2006 mit dem Swiss Art Award ausgezeichnet.

 

Kuratiert von Anita Haldemann

Diese Ausstellung endet in
0
Tage
9
Std
27
Min
45
Sek
Termine
Start07.03.2026
Ende02.05.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 20, 4052 Basel (Neubau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.