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Berlin

Saâdane Afif – Five Preludes

Der Hamburger Bahnhof präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung von Saâdane Afif in Berlin. Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Werk des seit 2003 in der Stadt lebenden, interdisziplinär arbeitenden Künstlers und zeigt unter anderem das vielteilige Werk »The Fountain Archives«. Das künstlerische Archivprojekt, widmet sich einem der prominentesten Kapitel der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts: dem legendären Readymade »Fountain« von Marcel Duchamp aus dem Jahr 1917. Afifs Rauminstallation kam 2023 als großzügige Schenkung von Paul Maenz an das Museum. Die Ausstellung zeigt es mit weiteren Werken, die tiefgründig und mit feinem Humor die Institution des Kunstmuseums und das Prinzip der Autor:innenschaft hinterfragen.

 

Sâadane Afifs Installationen, Objekte, Konzerte und Performances greifen Werke oder Ereignisse aus Kunstgeschichte, Musik und Poesie auf. Das Langzeitprojekt »The Fountain Archives« begann 2008 mit dem Sammeln von Magazinen, Katalogen und Büchern und endete 2022 mit der Publikation eines Index zu Marcel Duchamps (1887–1968) berühmten Readymade eines Urinals, das 1917 eine Debatte darüber, was Kunst ist, auslöste. Teil der Rauminstallation aus Bücherregalen sind 25 vom »Fountain-Projekt« inspirierte Songtexte von befreundeten Künstler:innen, Musiker:innen und Autor:innen. Die Ausstellung zeigt auch das 2010 entstandene Werk »L’Humour noir« über Fragen zur Rezeption der Avantgarden und ihrer Überlieferung im Museum. Zu sehen sind zudem die neuen Werke »The Old«, bezugnehmend auf die Werkserie »The New« von Jeff Koons aus den 1980er-Jahren, sowie »Live«, eine fortlaufende Poster-Präsentation von Berliner Kulturveranstaltungen während der Ausstellung.

 

Saȃdane Afif (geb. 1970 in Vendôme, Frankreich) lebt in Berlin. Er stellte bei Documenta 12 (2007), 8. Berlin Biennale (2014), 56. Biennale von Venedig (2015) aus und erhielt 2009 den Prix Marcel Duchamp. Er hatte Einzelausstellungen uner anderem Centre Pompidou in Paris (2010), Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main (2012) und Kunsthalle Wien (2018). Afif nahm 2016 am Ausstellungsprojekt »Scores« im Hamburger Bahnhof teil und war 2022 künstlerischer Leiter der Bergen Assembly in Norwegen.

 

 

Katalog zur Ausstellung

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhofs, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano.

 

 

Kuratorin

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Gabriele Knapstein, Sammlungsleiterin und stellvertretende Direktorin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

Diese Ausstellung endet in
134
Tage
6
Std
47
Min
10
Sek
Termine
Start12.12.2025
Ende13.09.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der GegenwartInvalidenstraße 50–51, 10557 Berlin

Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart beherbergt reiche Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die in einer Vielzahl von Ausstellungen gezeigt werden. Erst im Februar 1984 ging der Hamburger Bahnhof in die Verwaltung des Senats von West-Berlin über und wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt teilweise restauriert. Mit der Präsentation »Reise nach Berlin« wurde der Bahnhof 1987 erstmals nach über vierzig Jahren wieder für Ausstellungen genutzt. Ein Jahr später übergab der Senat das Gebäude der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Künftig sollte in ihm ein Museum für zeitgenössische Kunst eingerichtet werden – für Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie und der Sammlung Marx. Nach einem umfassenden Umbau und der Sanierung durch den Architekten Josef Paul Kleihues wurde der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin am 3. November 1996 eröffnet. Das Gebäude wurde im Zuge dieser letzten Baumaßnahmen durch Kleihues um einen Anbau an der Wasserseite erweitert. Die zwischen 2004 und 2021 ins Haus gelangte Dauerleihgabe der Friedrich Christian Flick Collection machte eine umfängliche Erweiterung des Museums notwendig. Hierfür wurden die hinter dem Haupthaus liegenden Speditionshallen vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi umgebaut und durch einen Übergang mit dem historischen Gebäude verbunden. Mit diesen sogenannten Rieckhallen hat sich die Ausstellungsfläche von 7.000 auf mehr als 10.000 Quadratmeter vergrößert. Heute gehört die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zu den größten und wichtigsten öffentlichen Sammlungen für zeitgenössische Kunst weltweit.