St. Gallen
Museum

Kunstmuseum St. Gallen

Museumstraße 32, 9000 St. Gallen

Als visuelles Gedächtnis der Region beherbergt das Kunstmuseum St. Gallen die umfangreichste Kunstsammlung vom ausgehenden Mittelalter bis zur Gegenwart in der Ostschweiz mit bedeutenden Werkgruppen niederländischer Malerei, der Kunst des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne.

 

Seit dem 21. Januar 2017 präsentiert das Kunstmuseum St. Gallen seine Sammlung erstmals in einer Dauerausstellung. Um möglichst vielen Werken im Turnus eine Präsenz in der Ausstellung zu ermöglichen, erhält die Präsentation einmal jährlich einen neuen Schwerpunkt.

 

Die Sammlung des Kunstmuseums St. Gallen weist neben bedeutenden Druckgraphiken von Dürer, Rembrandt und Callot einen (ersten) künstlerischen Höhepunkt in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts mit erlesenen Gemälden von Teniers, Ruysdael oder de Heem auf. Die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts ist mit Meisterwerken von der Romantik bis zum Impressionismus vertreten – von Spitzweg bis Böcklin, von Delacroix bis Monet –, während die Kunst der Jahrhundertwende dank bedeutender Werkgruppen von Hodler und seiner Nachfolger sowie ausgewählter Gemälde von Liebermann, Corinth oder von Stuck ausführlich dokumentiert werden kann. Einen reichen Bestand weist die Sammlung mit Werken von Lämmler, Haim u.a. auch in der Appenzeller Bauernmalerei auf. Die Abteilung moderner Kunst umfasst herausragende Gemälde und Zeichnungen von Kirchner, Taeuber-Arp, Klee, Warhol sowie bedeutende Installationen von Merz, Serra, Paik, Signer oder Rist.

 

Die LOK, die zweite »Spielstätte« des Kunstmuseums, dient als Kulturlabor für zeitgenössische Kunst. Sie ist Teil des Kulturzentrums Lokremise St. Gallen, das 2010 vom Kanton St. Gallen eröffnet wurde. Die unmittelbare Nachbarschaft zu Kinok und Tanz/Theater eröffnet faszinierende inhaltliche Synergien während der rohe Charakter des Innenraumes prozessorientierte Ausstellungen ermöglicht.

Veranstaltungen und Ausstellungen

26.08.23 - Auf unbestimmte Zeit

Sammlungsfieber

Mit Sammlungsfieber beginnt das Kunstmuseum St.Gallen eine neue, mehrjährige Präsentation seiner Bestände. Diese setzt sich mit der Einzigartigkeit des Museums in St.Gallen auseinander der 800-jährigen Textilgeschichte als Kontext seiner Entstehung ebenso wie den hier zusammengetragenen Privatsammlungen oder dem Einfluss des Kunsthandels. Entlang einer Zeitrechnung in Textilepochen von Leinwand und Baumwolle bis zur St.Galler Spitze entspinnt sich die über fünf Jahrhunderte umfassende Werkpräsentation.

 

Den Auftakt der Ausstellung bildet eine neue, vom Kunstmuseum St.Gallen in Auftrag gegebene Arbeit des Genfer Künstlers Mathias C. Pfund (* 1992). Im Mittelpunkt der Arbeit steht das erste Objekt, das in die Sammlung der Stadt einging: ein ausgestopftes Krokodil, das der St.Galler Kaufmann Daniel Studer 1623 der Stiftungsbibliothek schenkte. Die Installation besteht aus einer leeren Aufhängevorrichtung, dem Stich eines toten Nilkrokodils von Karel van Mallery aus dem 16. Jahrhundert und der Collage eines Mosaiks aus dem 2. Jahrhundert, das die edlen und exotischen Überreste eines Festmahls auf dem Boden zeigt. Damit geht es in Pfunds Installation um Luxus, Exotik und die Frage, welche Objekte wir als wertvoll erachten und wie diese Werte im musealen Kontext weiterleben.

 

Der Ausstellungstitel Sammlungsfieber (englisch: Collection Fever) bezieht sich auf den 1995 erschienenen Essay Archive Fever des algerisch-französischen Philosophen Jacques Derrida. Ordnung, so Derrida, wird traditionell mit Begriffen wie «Archiv» oder «Sammlung» assoziiert. Gleichzeitig entsteht Derrida zufolge nur durch das Fieber – das für die Neugierde, das Aufspüren und die Anhäufung verantwortlich ist – ein Archiv und somit eine Sammlung.

 

Eben diese Energie des Fieberhaften, die zu Neuem und Unerwartetem führt, ist das leitende Prinzip für Sammlungsfieber, die etwa in den Fokus rückt, wie Sammeln und Anhäufen, aber auch Prestige und Geld, mit der Kunst verknüpft sind. Die Ausstellung wirft einen kritischen Blick auf die Verbindung zwischen Kapital und Kunst, was für den St.Galler Kontext auch die Beziehung zwischen Textil und Kunst bedeutet.

 

Kuratiert von Melanie Bühler, Dorothee Haarer, Gianni Jetzer und Lorenz Wiederkehr

07.09.24 - Auf unbestimmte Zeit

Thi My Lien Nguyen – Shaping Fluidity

Die schweizerisch-vietnamesische Künstlerin Thi My Lien Nguyen (*1995, St. Gallen) beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Vorstellung von Heimat und dem Gefühl der Zugehörigkeit aber auch der Empfindung des Fremdseins. Sie interessiert sich für postmigrantische Realitäten, für Traditionen, Rituale, Folklore und Brauchtum aus verschiedenen Erfahrungswelten. Durch inklusive und partizipatorische Arbeiten schafft Nguyen integrative Räume. Im Rahmen von Aktivierungen hebt sie die Bedeutung der Esskultur, deren Sitten, Rituale und Zeremonien im sozialen Gefüge einer Gemeinschaft hervor. Fotografische Serien thematisieren die vietnamesisch-schweizerische Identität und die damit verbundene vielfältige und teilweise parallele Lebenswelt in der Schweiz.

 

Mit dem Projekt Shaping Fluidity schafft die Künstlerin einen einzigartigen Raum für das Kunstmuseum St. Gallen, der Fotografie und kulinarische Erfahrungen verbindet. Die Ausstellung zeigt verschiedene fotografische Arbeiten, die eine Fortführung ihrer künstlerischen Praxis darstellen und Themen wie Zugehörigkeit, Un- und Sichtbarkeit oder auch die Beziehung zwischen Essen und Identität behandeln.

 

Thi My Lien Nguyen realisiert ab 7. September 2024 ein Pop-Up-Café als Ort der Begegnung und des Austausches und gibt gleichzeitig Einblick in die vielfältige diasporische Kultur.

 

Diese Ausstellung wird großzügig von der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer Stiftung und Senn Resources AG St. Gallen unterstützt.

 

 

Die Künstlerin

 

Thi My Lien Nguyen (*1995, St.Gallen) absolvierte ihren Bachelor in visueller Kommunikation an der Hochschule Luzern Design Film Kunst (HSLU). Ihre Werke zeigte sie in Einzelpräsentationen in der Coalmine – Raum für Fotografie Winterthur (2022) und im «Seitenwagen» im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil (2018) sowie in Gruppenausstellungen u.a. am Athens Photo Festival im Benaki Museum Athen (2024), an der Werkschau Zürich im Museum Haus Konstruktiv Zürich (2023), an der Plat(t)form im Fotomuseum Winterthur (2022), am Heimspiel 2021 im Kunsthaus Glarus (2021), im Vincom Center for Contemporary Art, Hanoi, Vietnam (2021), am Angkor Photo Festival, Siem Reap, Kambodscha (2019), am Heimspiel 2018 in der Kunsthalle St.Gallen (2018). 2024 weilt sie mit dem Atelierstipendium von Landis & Gyr in London.

01.11.25 - 03.05.26

marce norbert hörler – slant

Das Kunstmuseum St. Gallen präsentiert den/die Gewinner:in des Manor Kunstpreis St. Gallen 2025, marce norbert hörler, mit einer vielschichtigen Ausstellung, die Performance, Poesie, Duft und Architektur verbindet und unsere Wahrnehmung von Raum und Identität herausfordert.

 

Welche Kriterien beeinflussen unsere Wahrnehmung in einem Raum? Welche Spuren hinterlassen Körper in den Räumen, die sie durchqueren? Wie verändert sich unsere Orientierung, wenn ein Raum nicht geradlinig verläuft? Für marce norbert hörler sind dies zentrale Fragen, die in der Ausstellung slant verhandelt werden.

 

Ein Korridor, der zwei Räume verbindet, ist perspektivisch so leicht verschoben, dass beim Durchschreiten ein Gefühl von Ungleichgewicht oder Irritation entsteht. Gegossene Aluminiumtafeln tragen poetische Sätze; die Bildmotive der Karten sind nur als entfernte Resonanz präsent. Der leicht florale Duft des Moleküls Hedione durchzieht den Raum und erweitert ihn mit einem sinnlichen Impuls und dem Potenzial, unsere Emotionen zu beeinflussen.

 

Der Ausstellungsraum dient zugleich als Bühne für eine neu entwickelte Performance von marce norbert hörler gemeinsam mit den Performance-Künstler:innen Hannah Mehler, Kameron Locke und martÍn m. wollmann. In dieser szenischen Erkundung werden Wegfindung, Orientierung und die Verschränkung dieser drei Räumlichkeiten stimmlich und körperlich erfahrbar.

 

marce norbert hörler lebt zwischen der Schweiz und Berlin und hat einen MA in Art Praxis am Dutch Art Institute in Arnhem (NL) sowie einen BA in Fine Arts am Institut Art Gender Natur der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW, Basel.

 

 

Ein Engagement für die junge Schweizer Kunstszene

 

Der Manor Kunstpreis, einer der wichtigsten Förderpreise des zeitgenössischen Kunstschaffens in der Schweiz, wurde 1982 von Philippe Nordmann ins Leben gerufen, um jungen Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten. Er wird von einer Fachjury jährlich in sechs Schweizer Städten verliehen, wobei sich Aarau, Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Luzern, Lugano, Schaffhausen, Sion, St. Gallen und Winterthur im Zweijahresrhythmus abwechseln. Der Förderpreis hat bereits eine ganze Reihe von Künstlern auf ihrem Weg zum internationalen Durchbruch begleitet.

 

Die Ausstellung marce norbert hörler – slant wurde durch die großzügige Unterstützung von Manor, der Innerrhoder Kunststiftung, des Kunstkredit Basel-Stadt, der Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer Stiftung, Dr. Fred Styger Stiftung, Stiftung Erna und Curt Burgauer, Lienhard Stiftung, Arnold Billwiller Stiftung und von Tisca Tischhauser AG ermöglicht.

 

 

MITWIRKENDE

 

 

Hannah Mehler, Performancekünstlerin

 

Hannah Mehler arbeitet als freiberufliche Sängerin. Sie tritt als Solistin und Ensemblesängerin auf und entwickelt eigene Projekte in wechselnden Formationen. Im jüngsten Programm, einem szenischen Liederabend mit dem Titel Am Himmel staht es Sternli z’Nacht (2024), widmete sie sich gemeinsam mit Mario Strebel (Akkordeon), Moritz Roelcke (Klarinette) und Charlotte Joss (Regie) dem Schweizer Chanson.

 

Mehler wirkte in zwei Produktionen des Stuttgarter Performance-Duos NAF (Nana Hülsewig und Fender Schrade) mit. Netzwerk aus 392 Tasten – Musikwerkstatt zu Casta Diva (2020) und NORM IST F!KTION #5/1 (2020) wurden im Theater Rampe in Stuttgart aufgeführt. NORM IST F!KTION #5/3 (2021) präsentierten sie zudem auf Einladung des Performancekollektivs Oblivia in Helsinki.

 

Ein besonderer Schwerpunkt ihrer musikalischen Arbeit ist die Beschäftigung mit dem Liedrepertoire. Mit der Akkordeonistin Stefanie Mirwald war Mehler 2025 im Rathaus Kultur Lichtensteig zu Gast  mit dem Programm Komponistinnen und der Wald. Ebenso war sie mit der Harfenistin Marina Mello beim Kollektiv #workoutjazz (Romantische Liebeslieder) sowie mit dem Pianisten Stefan Kägi beim Heidenheimer Förderverein für Neue Musik (Arbeiter:innenlieder) zu erleben.

 

Als Mitglied der Zürcher Sing-Akademie ist Mehler regelmäßig solistisch zu hören. Konzertreisen mit dem international renommierten Schweizer Konzertchor führten sie durch zahlreiche europäische Länder sowie nach Asien.

 

Hannah Mehler erhielt ihre klassische Gesangsausbildung in den Klassen von Ľubica Orgonášová und Werner Güra (Zürich) sowie Christina Landshamer (Trossingen).

 

 

Kameron Locke. Performancekünstler

 

Kameron Locke ist ein in Chicago geborener, in Hamburg lebender interdisziplinärer Performancekünstler, klassisch ausgebildeter Tenor, Autor und Forscher. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Erfahrungen der afro-diasporischen und LGBTQ+-Community und bedient sich dabei Text, Musik, Bewegung und Performance. Er hat seine Arbeiten bereits an Orten wie dem Gropius Bau, der Art Gallery of New South Wales, dem Barbican Centre, dem Cercle Cité, dem Sydney Modern Project und den Deichtorhallen präsentiert.

 

Locke debütierte mit seinem halb-biografischen Stück »the Blacker the Berry / perhaps home is not a place but simply an irrevocable condition« über James Baldwin und Fritz Raddatz und zu Themen wie Sexualität, Identität, Liebe (zu sich selbst/anderen), Vätern und Heimat beim Kampnagel Internationalen Sommerfestival 2024. Seine Performancearbeit über Blackness und Queerness im Berlin der 1990er Jahre, »Black Cowboys in Dresses«, eröffnete das Constellations Festival 2023. Locke trat in den Berliner und Sydneyer Premieren von Brook Andrews posttraumatischem Stück »GABAN« auf.

 

Seine jüngsten Forschungen führten ihn nach Tiflis und Istanbul, wo er sich mit der Realität von LGBTQ+-Bürger:innen und -Künstler:innen befasste, die unter staatlich geförderter Unterdrückung leiden.

 

 

martín m. wollmann

 

martín m. wollmann ist Tänzer:inOsteopath:in (C.E.O.B), Astrolog:in und Künstler:in aus Buenos Aires, Argentinien. Dey hat Darstellende Künste und Theaterregie (U.N.A) sowie zeitgenössischen Tanz, Voguing, Malambo und C.I. studiert.

 

Dey ist in verschiedenen somatischen und künstlerischen Praktiken ausgebildet und sucht ständig danach, diese Welten miteinander zu verweben und unterschiedliche Wege zu erforschen, um die Geheimnisse des Körpers zu erkunden.

 

martín lebt derzeit in der Schweiz, wo dey als Tänzer:in für Baby Volcano auf deren Tourneen arbeitete und mit Sami Galbi in Musikvideos zusammenarbeitete. Dey war außerdem in »Влајна«, bei der Eröffnung der City Art Awards Zürich und beim »Queer Balkan Disco« tätig. martíns neueste Arbeit ist eine Soloperformance mit dem Titel »Galope«, produziert in Zusammenarbeit mit »Dansometre« und »NosEnVera«.

 

 

Laurent Hermann Progin, Kostüme

 

Laurent Hermann Progin, geboren 1990, ist ein Schweizer Modedesigner und Stylist. Im Jahr 2016 schloss er sein Bachelorstudium in Modedesign an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW in Basel ab. Er absolvierte ein Praktikum bei Jean Paul Gaultier in Paris, wo er weiterhin als Assistenzdesigner arbeitete. Im Jahr 2018 begann Laurent mit der Arbeit an Kollektionen unter seiner eigenen Marke »Laurent & Hermann Progin« und arbeitet derzeit auch als freiberuflicher Stylist, Mode- und Kostümdesigner für verschiedene Projekte in Europa.

 

 

Nora Wyss, Outside Eye Choreografie

 

Nora Wyss (*1989 in Olten, CH) ist Performerin, Kulturaktivistin und Tanzpädagogin. Sie studierte Kunstgeschichte und Soziologie an den Universitäten Basel und Kapstadt (BA) und absolvierte 2020 die Ausbildung in Tanz, Improvisation und Performance (TIP) in Freiburg i.Br. 2020/21 vertiefte sie ihre Praxis im Contemporary Dance Intensive bei Oficina Zero in Portugal und bildet sich seither international weiter.

 

Aktuell entwickelt sie mit Miriam Seifert und Michaela Dašková das Stück Work-Life-Ballet (Uraufführung 2026 am ROXY Birsfelden). Parallel begleitet sie freischaffend Künstler:innen und Kollektive wie marce norbert hörler und Cie La Secousse in dramaturgischer und choreografischer Rolle.

 

 

Kari Leigh Rosenfeld, Videoregie, Kamera, Schnitt

 

Kari Rosenfeld (geb. Houston, TX) ist eine multidisziplinäre:r Künstler:in mit Sitz in Berlin (DE). Kari hat einen Abschluss in Amerikanistik und Philosophie der University of Texas in Austin und schloss 2021 den Master in Art Praxis am Dutch Art Institute ab. Kari war ein:e Co-Gründer:in und Artist in Residence am Cairo Institute of Liberal Arts and Science in Alexandria und hat bereits Arbeiten gezeigt in Gasworks (London), Humberstreet Gallery (Hull), CLB (Berlin) und Motto Books (Berlin). Kari wurde bereits bei Arts of the Working Class und Outline Platform publiziert.

 

 

Elio Ricca, Tonaufnahmen

 

Geb. 1993 in St. Gallen. Frühe musikalische Ausbildung in Klavier, Gitarre und Gesang. Abgeschlossene Lehre als Multimediaelektroniker, danach Berufsmaturität Gestaltung. Studium Fine Arts an der ZHdK (ein Jahr).
Freischaffender Musiker, Ton- Lichttechniker und Ausstellungstechniker. Im Jahr 2014 die Band Elio Ricca gegründet, 4 Musikalben und mehrere Musikvideos produziert. Gewinner des 2025 IBK Popmusik Preis. Lebt und arbeitet in St. Gallen (Schweiz).

 

 

Pablo Giménez Arteaga, Abmischen und Mastering

 

Pablo Giménez Arteaga ist ein Künstler, Musiker, Komponist und Sound Designer aus Barcelona. Seine Praxis konzentriert sich auf die Schaffung von Musik und Sound für eine Vielzahl von Medien und Projekten. Er produzierte und kollaborierte zu Arbeiten in Film, Theater, Performance und Ausstellungen. Er ist Mitglied und Associated Artist bei with the rubbles of old palaces (Berlin). Hier liegt sein Interesse in Recherchen zu Politik, Geschichte, Aktivismus und Nahrungsmitteln, welche in Zusammenarbeiten, Workshops und kulturellen Anlässen münden.

 

 

Andri Vöhringer, Fotografie

 

Andri Vöhringer, 1996, lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf in St. Gallen. Er dokumentiert Menschen und ihre Orte und schafft eine einzigartige Atmosphäre mithilfe weniger, aber wichtiger Fragmente. In seiner Arbeit legt er besonderen Wert auf die Verwendung von natürlichem Licht, was ihr eine ruhige Bildsprache verleiht. Gemeinsam mit dem Kollektiv LUSA hat er im Mai 2025 eine fotografische Publikation mit dem Titel »Rausch; Sammlung« veröffentlicht.

 

 

Jonathan Lauwers, Notation

 

Jonathan Lauwers (er/they) studiert seit Oktober 2021 »Historischer und Zeitgenössischer Tonsatz« bei Prof. Sebastian Stier an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Zusätzlich verbrachte er als Austauschstudent das Studienjahr 23/24 an der Hochschule Luzern Musik, um dort Musiktheorie bei Prof. Felix Diergarten zu studieren. Lauwers‘ bisheriges kompositorisches Schaffen konzentriert sich vor allem auf Werke für kleinere instrumentale Ensembles in denen er sich mit den Eigenheiten der einzelnen Instrumente im Kontrast zu einem verschmelzenden Gesamtklang auseinandersetzt. Im Kontext seiner Bachelor-Arbeit beschäftigt er sich zur Zeit mit verschiedenen Notationsmöglichkeiten für Musik und damit, welche Auswirkungen diese auf den Schaffensprozess von Komponist:innen und die Herangehensweise von Interpret:innen haben.

09.01.26 - 03.01.27

Marie Schumann – Coatings

Mit ihrer maßgeschneiderten Installation Coatings verwandelt die Textilkünstlerin Marie Schumann (*1991) die Haupttreppe des Kunstmuseums St. Gallen in einen neuen Erfahrungsraum. Über ein fragiles Gerüst aus Metallstäben spannt sie Bahnen aus Hightech-Gewebe, die wie Häute den Raum kleiden. Steigend und fallend begleiten die textilen Formen den Weg nach oben, sie öffnen und umschließen zugleich, wirken als Grenze, Schutz und Bühne. Das Werk lädt dazu ein, die Architektur neu zu entdecken und erfahrbar zu machen, wie Stoff und Körper miteinander in Resonanz treten.

 

Marie Schumann lebt und arbeitet in Zürich. Mit textilen Techniken erforscht sie die Beziehung zwischen Körper, Material und Raum. Ihre Arbeitsweise ist prozesshaft angelegt: Aus Experimenten entstehen Objekte, Skulpturen oder raumgreifende Installationen, die wiederum Ausgangspunkt für neue Entwicklungen werden.

 

Schumann war in zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter Phantasms in der Galerie Carvalho in New York (2025), Textile Manifestos – From Bauhaus to Soft Sculpture im Museum für Gestaltung Zürich (2025) sowie Textile Design Now an der Universität Québec in Montréal (2023). Zu ihren öffentlichen Projekten zählen eine Kunst-und-Bau-Installation an der Baugewerblichen Berufsschule Zürich (2025), eine Installation während Pan Art in Neuchâtel (2024) sowie eine textile Installation zur Mexico City Art Week in der Expo Reforma (2024).

 

Mit großzügiger Unterstützung der Zürcherischen Seidenindustrie Gesellschaft, Zürich und von Tisca, Bühler.

25.04.26 - 13.09.26

Urs Frei. A–Z

Das Kunstmuseum St. Gallen präsentiert eine umfassende Retrospektive des Schweizer Künstlers Urs Frei (1958–2023), der in den 1990er-Jahren internationale Erfolge feierte. Seine radikalen Werke aus alltäglichen Bau- und Verpackungsmaterialien wie Holz, Metall, Karton und Kunststoff bewegen sich zwischen Malerei, Skulptur und Objekt. Das Œuvre von Urs Frei steht in einer Entwicklungslinie von Künstler*innen, die mit armen, provisorischen Materialien arbeiten – einer Haltung, die heute bei vielen jungen internationalen Positionen ein bemerkenswertes Revival erlebt.

 

Vernissage: 24. April 2026, 18:30 Uhr

21.03.26 - 12.07.26

Delcy Morelos – Las formas de la sombra (Die Formen des Schattens)

Delcy Morelos (*1967 in Tierralta, Kolumbien) verwandelt die Lokremise in einen Ort, den man nicht nur betrachtet, sondern mit allen Sin­nen erlebt: eine raumgreifende, vergängliche Installation aus recycelter Erde, gebrauchtem Holz und Duftessenz. Mit wenigen Materialien und einer nahezu schwarzen, monochromen Farbigkeit schafft sie ein inten­sives Environment, in dem Sehen, Riechen und Bewegen zu gleichwerti­gen Formen der Wahrnehmung zusammenwirken.

 

Morelos’ Praxis ist radikal auf Material, Raum und Präsenz fokussiert. Aus einer Weltanschauung der Andenregion heraus – und im Dialog mit Minimal Art und Konzeptkunst – entwickelt sie eine eigenständige Sprache zwischen Zeichnung, Malerei, Skulptur und Installation. Natur­materialien sind dabei Träger von Zeit, Prozess und Vergänglichkeit.

 

Im Zentrum der Ausstellung entfaltet sich ein weitläufiges Feld aus Erdhügeln und bemalten Holzlatten: gestapelt, geschichtet, lose ge­häuft – wie Ackerland, Topografie oder archäologische Spuren. Wände und Säulen sind mit Erdschichten überzogen; schmale Wege führen durch eine verdichtete Atmosphäre, in der Naturverbundenheit, indigene Spiritualität und koloniales Erbe ineinandergreifen. So wird unser entfremdetes Verhältnis zur Natur sinnlich erfahrbar – still, konzentriert und letztlich politisch.

 

Das Kunstmuseum St. Gallen freut sich, während der gesamten Ausstellungsdauer erneut freien Eintritt anbieten zu können. Ermöglicht wird dies durch das großzügige Sponsoring der SENN Resources AG.

 

 

Die Künstlerin

 

Delcy Morelos wurde 1967 in Tierralta in der Region Córdoba in Kolumbien geboren und studierte an der Cartagena School of Fine Arts. Sie lebt und arbeitet in Bogotá.

 

Ihre Werke wurden in zahlreichen, internationalen Einzelausstellungen gezeigt: El espacio vientre, MUAC Museo Universitario Arte Contemporáneo, Mexico City (2025); Madre, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin (2025); Profundis, CAAC Centro Andaluz de Arte Contemporáneo, Sevilla (2024); Interwoven, Pulitzer Arts Foundation, St. Louis, Missouri (2024); El abrazo, Dia Chelsea, New York (2023); El lugar del alma, Museo Moderno, Buenos Aires; Between Rivers, Astrup Fearnley Museet, Oslo (2024); Enie, Fundación NC-Arte, Bogotá (2018); Inner Earth, Röda Sten Konsthall, Göteborg (2018). 2022 nahm sie mit der Installation Earthly Paradise an der 59. Biennale von Venedig in der Ausstellung The Milk of Dreams teil.

 

Morelos wurde mit dem Pérez Prize in Public Art & Civic Design (2024) und dem ARTnews Awards Established Artist of the Year (2024) ausgezeichnet.

Standort
LOK
Grünbergstraße 7, 9000 St. Gallen
Öffnungszeiten
Montag13:00–20:00
Dienstag13:00–20:00
Mittwoch13:00–20:00
Donnerstag13:00–20:00
Freitag13:00–20:00
Samstag13:00–20:00
Sonntag13:00–18:00
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