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Basel

Große Kunst

Ein großes Kunstwerk zu schaffen ist keine Kleinigkeit. Reicht der Platz im Atelier? Passt es auf eine Staffelei, oder muss es auf dem Boden bearbeitet werden? Bis ins 19. Jahrhundert hinein war allein schon die Beschaffung einer großen Leinwand eine Herausforderung.

 

Repräsentative Landschaftsgemälde wie Alexandre Calames Das Rosenlauital mit dem Wetterhorn (1856) verlangten nach Größe, um ihre majestätische Wirkung zu entfalten. Das grandiose Panorama steht stellvertretend für die landschaftlichen Schönheiten der Schweiz und versinnbildlicht zugleich das zunehmende Bewusstsein einer nationalen Identität. Um die von großen Gefühlen übermannten Gesichtszüge ging es Auguste Rodin, als er 1908/1909 zu Studienzwecken den Kopf von Pierre de Wissant für das Denkmal Die Bürger von Calais – von dem eine Version im Innenhof des Museums steht – überlebensgroß modellierte.

 

Die US-amerikanische Malerin Shirley Jaffe hingegen wählte 1965 ein Format, in das sie beim Malen die Energie ihres ganzen Körpers einfließen lassen konnte. Und Jenny Holzers imposantes Patriot 9 (2022) – das jüngste Werk im Rundgang – lässt zunächst an nichts Böses denken; unter der Oberfläche jedoch liegen die großen Konflikte unserer Zeit; auf die Leinwand übertragene FBI-Dokumente zum Patriot Act, der den Ermittlungsbehörden der USA 2001 weitreichende Befugnisse im «Krieg gegen den Terror» zusprach.

 

Raumgreifend, anspruchsvoll, beeindruckend – die dreißig eindrucksvollen Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums in diesem Rundgang geben Einblick in solche ganz unterschiedlichen Beweggründe für große Kunst.

 

Kuratorin: Eva Reichert

Diese Ausstellung endet in
608
Tage
6
Std
49
Min
20
Sek
Termine
Start11.04.2025
Ende31.12.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 16, 4051 Basel (Hauptbau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.