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Basel

Louise Lawler

Louise Lawler präsentiert die beiden Werke »(Bunny) Sculpture and Painting (adjusted to fit, distorted for the times)« und »Three Flags (swiped and taken) (adjusted to fit) (mirrored or flipped) Cease Fire» im Kunstmuseum Basel, welche in Dialog mit den Werken »Damascus Gate. Variation I« (1969–70) von Frank Stella und Sol LeWitts »Wall Drawing #304» (1977) vor Ort treten. Beide Werke sind Teil der Serie »adjusted to fit«, in der Lawler ihre Fotografien digital anpasst, um sie dem Ausstellungsraum anzupassen.

 

»(Bunny) Sculpture and Painting (adjusted to fit, distorted for the times)« zeigt eine verzerrte Fotografie von Jeff Koons' »Rabbit« (1986) und Peter Halleys »The Acid Test« (1992), die Lawler 1999 in der Ausstellung »The American Century« im Whitney Museum fotografiert hat. Die Ausstellung wurde damals breit und äußerst kontrovers diskutiert und rief Fragen nach nationaler Identität und übergreifenden Narrativen der Kunstgeschichte auf.

 

»Three Flags (swiped and taken) (adjusted to fit) (mirrored or flipped) Cease Fire» zeigt Jasper Johns »Three Flags« (1958), das Lawler 2021 in der Ausstellung »Jasper Johns: Mind/Mirror« im Whitney Museum fotografiert hat. Wie im Titel deutlich wird, gehört das Werk zur ›swiped‹ Werkgruppe. Das Verb ›swipen‹ bezieht sich auf die auf den flüchtigen Charakter eines Bildes und spielt auf die Art und Weise an, wie wir heute visuelle Informationen konsumieren.

 

Im ersten Stock des Neubaus ist das 1994 von Jasper Johns geschenkte Werk »Flag above White with Collage» (1955) ausgestellt und obwohl Jasper Johns' ikonische amerikanische Flagge in Louise Lawlers Werk fast verschwindet, bleibt sie dadurch für viele Betrachter:innen dennoch erkennbar. Louise Lawler betont durch die klare Erkennbarkeit des Originals den Kult um die ›Meisterwerke der Kunstgeschichte‹. Gleichzeitig hinterfragt sie diesen Kult sowie die damit verbundene nationale Identität und den kunsthistorischen Kanon, indem sie Johns' Werk übernimmt, verändert und wiederholt ausstellt. Die Werke werden auf selbstklebendem Vinyl gedruckt und im Raum installiert, welcher Teil der Kunstpräsentation ist. Die Spannung zwischen den fotografierten Werken in der ursprünglichen Präsentation, dem Werk von Louise Lawler und Lawler's Werk in neuem Kontext spielt eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit.

 

 

Bio

 

Die amerikanische Künstlerin Louise Lawler (geb. 1947) ist eine der wichtigsten Vertreter:innen der Institutionskritik und arbeitet mit Fotografien, Materialbildern und Installationen. Ihr Werk konzentriert sich auf Fotografien von Werken anderer Künstler, meist Männer, die in Museen, Lagerräumen, Auktionshäusern und bei Sammler:innen ausgestellt sind. Ausgehend von Grundsätzen der Konzeptkunst nutzt Louise Lawler Fotografie als konzeptuelles Werkzeug, um auf unausgesprochene Aspekte des Kunstbetriebs aufmerksam zu machen. Ihre Fotografien untersuchen die komplexen Ausstellungs-, Rezeptions- und Zirkulationsbedingungen von Kunstwerken und analysieren sie als Objekte in ihrem Kontext. Dabei verdeutlichen sie, wie sich die Bedeutung der fotografierten Werke je nach Umgebung und Präsentationsform verändert. Louise Lawler hinterfragt das Kunstsystem, an dem sie teilhat, und inszeniert viele ihrer eigenen Werke neu, um deren ikonische Qualität zu hinterfragen.

Diese Ausstellung endet in
243
Tage
6
Std
47
Min
22
Sek
Termine
Start27.05.2024
Ende31.12.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 16, 4051 Basel (Hauptbau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.

Weiterführende Literatur