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Berlin

Nora Turato. they filled me up with words

Sprache – in gesprochener wie geschriebener Form – ist zentrales Merkmal in Nora Turatos Werk, das von der Künstlerin in Wandarbeiten, Videos, Sound, Performances und ihren Künstlerinnenbüchern der Serie pool erforscht wird. Dabei arbeitet sie mit vorgefundenem Material aus vielseitigen Quellen wie u. a. dem Internet, Social Media, Presse, Büchern, Filmen, Musik und Gesprächen. Von der Künstlerin gesammelt und akribisch neu geordnet, wird ein Überfluss an Wortmaterial bis auf die Essenz heruntergebrochen. Turato macht so auf gesellschaftliche Bedingtheiten, Entwicklungen und Phänomene aufmerksam, die der Sprache zugrunde liegen und deren Gebrauch prägen.


Die bislang siebenteilige Reihe pool gleicht laut Turato jeweils einem Jahresbericht: Das von der Künstlerin zyklisch gesammelte Material an gefundenen Texten und Sprachfragmenten dient als Hauptquelle für ihre Performances und mündet zugleich in eine limitierte Auflage an Künstlerinnenpublikation. Ob in ausdrucksstarken Solo-Performances oder als großformatige typografisch gestaltete Rauminstallationen – ihre Arbeiten spiegeln präzise Beobachtungen einer stark von Bildern und KI-generierten Inhalten geprägten Gesellschaft wider und machen zugleich auf Veränderungen im Sprachgebrauch und damit verbundene Bedeutungsverschiebungen aufmerksam.


Turatos neue, eigens für die Fassade des n.b.k. konzipierte Arbeit they filled me up with words markiert einen Wendepunkt in ihrer Praxis, der mit ihrem neuesten medienübergreifenden Werkzyklus und der gleichnamigen Performance pool7 begann und als dessen Höhepunkt fungiert. Dabei dient ihr eigener Körper als Ausgangspunkt – als Quelle der Sprache und der Handschrift. Ihr langjähriger »Konsum« unzähliger vorgefundener Wörter wird hier von der Künstlerin mit physiologischen Prozessen wie »verschlingen«, »verdauen« und »würgen« verglichen. Turato untersucht Konditionierungen, die das menschliche Verhalten prägen – mit einem Fokus darauf, wie diese erlernten Muster physisch sichtbar werden. Hierbei wird die Handschrift nicht nur als Form der Sprachdarstellung betrachtet, sondern auch als ein direktes Ergebnis verinnerlichten Verhaltens. Im Gegensatz zur Typografie, die die ausführende Hand zu ersetzen sucht, steht die unmittelbare Geste der Handschrift in direktem Zusammenhang mit Turatos performativer Praxis, die den Kern ihrer künstlerischen Arbeit bildet.


Die Solo-Performance pool7 von Nora Turato wird nach Stationen in London, Amsterdam und Wien auch in Berlin einmalig von der Künstlerin aufgeführt.

 

Kuratorin: Lidiya Anastasova

Diese Ausstellung endet in
121
Tage
6
Std
43
Min
51
Sek
Termine
Start11.09.2025
Ende31.08.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag12:00–18:00
Mittwoch12:00–18:00
Donnerstag12:00–20:00
Freitag12:00–18:00
Samstag12:00–18:00
Sonntag12:00–18:00
Veranstaltungsort
Neuer Berliner KunstvereinChausseestraße 128/129, 10115 Berlin

Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) zeigt Ausstellungen zur Gegenwartskunst, die durch vielfältige Veranstaltungen ergänzt werden. Im n.b.k. werden Diskussionen zu Themen der Zeit initiiert und Anregungen zu ästhetischen wie politischen Auseinandersetzungen gegeben – in einer Bildungsinstitution, die zu relevanten Fragestellungen aus Kunst und Gesellschaft arbeitet, wie etwa Urbanität, Globalisierung, Transkulturalität, Feminismus, Digitalität und Technologieentwicklung. Der n.b.k. gibt Besucher:innen die Möglichkeit, aktiv an kulturellen Prozessen teilzuhaben und sowohl lokale Kontexte als auch globale Perspektiven zu reflektieren. Der n.b.k. mit Artothek und Video-Forum ist ein Ort der ästhetischen Erfahrung, der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und der offenen Diskussion über gesellschaftliche Themen. Mit seinem Ausstellungs- und Diskursprogramm, seinen Kooperationsprojekten und seinen Publikationsreihen versteht sich der n.b.k. als Werkstatt der Ideen und als lebendiger Ort der Kunstszene Berlins. Ausstellungsräume im Erdgeschoss und im 1. OG Der n.b.k. verfügt über Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen im Erdgeschoss sowie mit dem Showroom im 1. OG über einen weiteren Ausstellungsraum. Das Team des n.b.k. realisiert an beiden Orten in Zusammenarbeit mit seinen Kooperationspartner:innen und Gastkurator:innen Einzelausstellungen und umfangreiche Neuproduktionen von Einzelkünstler:innen sowie umfassende Themen- und Gruppenausstellungen. Ziel ist die Präsentation von jüngeren künstlerischen Ansätzen und des Produktionsstandorts Berlin ebenso wie von renommierten internationalen Künstler:innen in neuen Kontexten. n.b.k. Fassade Die Fassade des n.b.k. dient im jährlichen Wechsel zeitgenössischen Künstler:innen als Interventionsfläche, für die sie spezielle Projekte entwickeln. Die Außenprojekte sollen direkt in den öffentlichen Raum wirken, eine aktive Auseinandersetzung mit der urbanen Umgebung und eine Debatte über zeitgenössische Kunst und ihre ästhetischen und gesellschaftlichen Implikationen anregen. n.b.k. Billboard Die Aktivitäten des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) im urbanen Raum werden seit September 2021 durch das Format »n.b.k. Billboard« erweitert. An der Straßenkreuzung Friedrichstraße / Torstraße, nur zwei Gehminuten vom n.b.k. entfernt, befindet sich der Standort der großen Präsentationsfläche – eingebettet in ein zentrales, spannungsvolles und hochfrequentiertes urbanes Umfeld. Hier werden der Berliner Öffentlichkeit eigens konzipierte Werke internationaler zeitgenössischer Künstler:innen präsentiert.

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