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Basel

Renée Levi – »Mira«

Wie ein Windstoß zieht Mira, das neue Wandgemälde von Renée Levi, rund um den kleinen Hofumgang im Kunstmuseum Basel | Hauptbau. Die Malerei, ein Geschenk der Künstlerin, ist vor Ort entstanden.

 

»Mit der Spraydose kann ich mit Schnelligkeit Zeichnen, in einem Atemzug ohne Absetzen durchziehen. Da ist keine Zeit zum Denken, nur Bewegung. Und mit freiem Kopf werde ich selbst Teil der Spraydose«, so die Basler Künstlerin Levi über ihre Aktion. Begrenzt wird Levis Malerei nur durch einen weißen Rahmen entlang von Bodenleiste und Decke. Er definiert die drei grünlich-grau grundierten Wände zu einem Windkanal, der vom Museumsshop um die Ecken des Innenhofs zur Infotheke führt. Der Rahmen ist zugleich die einzige Vorbereitung vor Ort. Farbwahl und Linienführung entspringen, »on Spot, im Moment des Machens«, so Levi. «Es gibt keinen Test und keine Korrekturen. Was passiert, ist passiert und bleibt so.«

 

Die Idee für die Wandarbeit kam von der Direktorin des Kunstmuseums Basel, Elena Filipovic: »Der kleine Hofumgang des Museums ist ein Ort der Ruhe und Erholung. Oft sehe ich dort Besuchende, die lesen oder sich zwischen den Ausstellungsbesuchen ausruhen.« Solche Ruhezonen sind wichtig für das Museum, entsprechend wollte Filipovic der Atmosphäre mehr Aufmerksamkeit schenken. Der Hofumgang sollte aber, neben seiner architektonischen Rolle, auch wieder als Raum für Kunst ausgewiesen werden. So entstand die Idee, ein Werk in Auftrag zu geben, das diesen Ort bis zur Sanierung schmücken wird. Levi war dafür die naheliegende Wahl: »Sie ist eine in Basel lebende Künstlerin, die sich intensiv mit Malerei und Architektur beschäftigt und eine feministische Perspektive einbringt, die den kleinen Hofumgang auf eine Weise zum Leben erweckt, wie nur sie es kann.«

 

Levi ist schon länger mit mehreren Werken in der Sammlung des Kupferstichkabinetts vertreten. Im Frühling 2025 wurde dieser Bestand an Werken auf Papier durch den Ankauf der zwei großformatigen Gemälde Yafa (2004) und Sabine (2010) erweitert und damit die Position von Levi breiter in der Sammlung des Kunstmuseums Basel verankert. Der groß0zügige Vorschlag von Levi, ihre Wandarbeit im kleinen Hofrundgang dem Museum zu schenken, ist ein Zeichen für die gegenseitige Wertschätzung.

 

Kuratiert von Philipp Selzer 

Diese Ausstellung endet in
975
Tage
6
Std
47
Min
10
Sek
Termine
Start30.08.2025
Ende01.01.2029
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 16, 4051 Basel (Hauptbau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.